Katzenbuch

Wie sehen und denken Katzen?

Katzen funktionieren etwas anders als Menschen: Sie leben und vor allem jagen in der Natur nicht wie wir in Gruppen, außerdem sind sie viel kleiner und ernähren sich anders, nämlich nur von Fleisch. Daraus ergibt sich ein vollkommen anderer Blick auf die Welt. Und wenn wir den besser verstehen, dann verstehen wir auch die Katze besser.

Also, wie sehen Katzen als Dämmerungsjäger? Sie benötigen nur etwa 1/6 der Lichtmenge, die wir Menschen brauchen, um noch etwas erkennen zu können. Wenn es für uns also stockfinster ist, können Katzen noch immer das Geschehen beobachten.

Dafür sehen sie aber selbst am Tag alles deutlich weniger bunt als wir, da sie weniger Rezeptoren für Farbwahrnehmung in ihren Augen haben.

Auch die Farben selbst sehen für Katzen anders aus: Sie können wahrscheinlich kein Rot sehen, sondern haben nur ein blau-violettes und ein grün-gelbes Farbspektrum zur Verfügung. Insgesamt sieht die Welt für sie also etwas blasser und blaugrüner aus als für uns.

Dabei ist auch ihr Blickwinkel ganz anders als unserer: Sie sehen in einem weiteren Winkel, dafür erkennen sie alles, was weiter als etwa sechs Meter entfernt ist, nur unscharf.

Ein großer Teil der Wahrnehmung findet über den sensiblen Geruchssinn statt. Mit mehr als 200 Millionen Riechzellen können Katzen etwa 14 mal besser riechen als wir. Das erklärt, warum sie so viele Düfte meiden, die wir angenehm finden: Was für uns eine leichte Lavendelbrise ist, die den Mief des Katzenklos überdeckt, nimmt die Katze als infernalischen Gestank wahr.

Das Denken der Katzen ist ebenfalls von ihrer natürlichen Herkunft geprägt: Ihre ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf das Beobachten, das Jagen und das Verstecken. Dabei teilen ihre scharfen Sinne, vor allem der gute Geruchssinn und die gute Nachtsicht ihnen alle dafür wichtigen Signale aus der Umgebung mit. Alles, was Geräusche macht oder sich bewegt, ist für die Katze erst einmal interessant: Kann sie es jagen? Muss sie sich davor verstecken? Muss sie kämpfen und wie sind ihre Aussichten? Wie groß ist es und wohin bewegt es sich? Deshalb sind Katzen schnell gestresst, wenn es zu Hause zu hektisch zugeht und sie sich nicht an einem ruhigen Ort verstecken koennen.

Auch die natürliche Neugier und der Spieltrieb der Katzen beeinflussen ihr Denken. Das führt sogar dazu, dass sie selbst kreative Lösungen für Probleme finden – nicht wenige Samtpfoten finden zum Beispiel heraus, wie man Türklinken benutzt. Gerade bei Katzenspielzeug sollte man auch daran denken, diese Seite der Katze auszulasten und nicht nur den Jagdinstinkt.

Und was denken Katzen über uns? Eigentlich wäre es ihr Instinkt, vor so großen Tieren wegzulaufen. Weil die meisten Katzen aber Menschen seit ihrer Geburt kennen und wissen, dass wir ihnen Futter geben und keine Gefahr sind, bleiben sie in unserer Nähe zumeist ruhig und entspannt. Sie haben keinen biologischen Grund, zu wissen, was Menschen sind – am wahrscheinlichsten halten sie uns für seltsame, riesige Katzenmütter, die ihnen nützlich sind.

Dabei beobachten sie uns ständig. Der Mensch geht in die Küche? Dort steht das Futter! Deutet das Verhalten des Menschen darauf hin, dass er mir Futter geben will?

Mit ihren scharfen Sinnen achtet die Katze auf jedes Signal und jedes Detail unserer Handlungen, um Hinweise zu bekommen, was als nächstes passiert.

Natürlich verstehen Miezekatzen kein Wort von dem, was wir ihnen erzählen. Aber sie sind gute Beobachter und wissen nach einer Weile genau, was nach bestimmten Lauten, die wir machen, passiert oder was ein bestimmter Tonfall bedeutet. Und das ist eigentlich auch schon alles, was sie interessiert.

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